Fakten

Gemeindestraße
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Friedensweg

Es ist bei längerem Betrachten doch recht kurios, dass Trittaus Frieden eine Sackgasse ist. Finden Sie das nicht auch paradox? Hat der städtische Frieden es verdient, so eingeschränkt zu sein? Wenngleich er dem 500 km langen italienischen Friedensweg "Sentiero della Place" nie das Wasser reichen kann, wird dieses abrupte Ende dem Trittauer Friedensweg nicht gerecht. Er könnte wenigstens in weitere Straßen münden, wie zum Beispiel der Himmelsallee, aber nein, so ein Ende ist der kleinen Stichstraße des Ostlandweges in der Herrenruhmsiedlung nicht vergönnt.

Aus dem Ostland kamen auch die Heimatvertriebenen des Zweiten Weltkrieges, die im Friedensweg ein neues Zuhause fanden. Denn, dass man Friedlichen gerne Frieden gewährt, wusste schon Friedrich Schiller und auch der damalige Trittauer Bürgermeister Ferdinand Rüffert. Unter seinem Vorsitz erschloss der Gemeinderat zusammen mit dem Bauausschuss das Siedlungsgebiet im Herrenruhm in der Nachkriegszeit. So kam der Friedensweg 1951 schließlich und endlich zu seinem zeithistorisch bedeutungsvollen Namen.
Zu diesen Jahren befasste sich der Gemeinderat hauptsächlich mit der Wohnraumbeschaffung für die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, die über das Influxlager Bad Segeberg in kurzen Abständen mit Güterzügen nach Trittau gebracht wurden. Die provisorische Unterbringung in den Baracken "Am Kellerberg", der alten Pastorenscheune und dem früheren Genesungsheim musste umgehend durch eine dauerhafte Lösung ersetzt werden.

Im Rahmen der erforderlichen Baumaßnahmen entstand die Herrenruhmsiedlung und wenig später auch die Siedlung nördlich der Lütjenseer Straße. In den neuen Behausungen, zu denen auch die Gebäude im Friedensweg zählen, fanden die Heimatvertriebenen schließlich auch ihren Frieden. Damit kehrte nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren der Frieden in Trittau ein.

Wünschen wir uns also für die Trittauer und Trittau, dass der Friedensweg dem Frieden noch viele Jahre eine Heimat sein wird.

Autoren:
Lea Ludwig
Tonio Kutscher