Fakten

Gemeindestraße
B-Plan Gebiet: 36
Länge:
Bau/Benennung: 2001


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Ziegelei 1916

Arbeiter vor der Ziegelei
30er Jahre

Technologiepark
Einfahrt Großenseer Straße
Foto: Wolfgang Hoffmann
Technologiepark
Hightech Center
Foto: Wolfgang Hoffmann

Technologiepark

Die Straße "Technologiepark" erschließt den heutigen Technologie- und Gewerbepark Trittau/Hamburg im Gebiet des Bebauungsplanes 36, abgehend von der Großenseer Straße und abgehend von der Bürgerstraße.

Die Geschichte des Areals dieses ältesten Gewerbegebietes von Trittau ist nachzulesen im Hahnheider Landboten vom 25.09.1986 - "Trittauer Heimatbrief" - verantwortlich Bürgermeister Otto Hergenhan, und im Jahrbuch "750 Jahre Trittau - 1239 bis 1989" von Peter Nottke.

Eine kurze Zusammenfassung

Um 1876 wurde auf dem Grundstück zwischen Trittau und Großensee eine Handstrich-Ziegelei errichtet. 1935 erwarb der Hamburger Kaufmann August Schifferdecker zusammen mit seinem Vater diese Ziegelei von der Spar- und Leihkasse Trittau und baute die "Dampfziegelei Trittau" bis zum Jahr 1960 zu einem der modernsten Ziegelwerke Norddeutschlands aus. Die Jahresproduktion betrug ca. 12 Millionen Ziegel. In und um Trittau herum wurden etwa 70 % aller Gebäude mit Ziegeln aus der Trittauer Ziegelei erstellt (z. B. die Katholische Kirche, die Hahnheide-Schule, die Kapelle auf dem Südfriedhof und viele Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie große Wohnanlagen und Geschäftshäuser). Auch für den Wiederaufbau Hamburgs nach dem Kriege schätzte August Schifferdecker den Anteil der Ziegel aus Trittau auf 10 bis 20 %.

Fast alle seine Mitarbeiter kamen aus Trittau und der näheren Umgebung - und sie haben den Erfolg des Unternehmens mit ihrem Engagement und ihrer Leistung mitbestimmt. Herr Schifferdecker hat diesen Zusammenhalt seiner Belegschaft immer wieder gefördert, schon damals durch jährliche Betriebsausflüge zusammen mit den Ehefrauen, z. B. verbunden mit einer Hafenrundfahrt oder sogar einem Rundflug über Hamburg.

Für den Ruf der Trittauer Ziegelei weit über Trittau hinaus waren auch die zahlreichen Ehrenämter von August Schifferdecker ein Beweis. Er gehörte zum Vorstand des Bundesverbandes der Ziegelindustrie in Bonn. Er war Mitbegründer des Ziegel-Labors in Hamburg und Vorsitzender des Kuratoriums. Ebenso begründete er die Güteüberwachung im Ziegeleiwesen und war Vorsitzender im Aufsichtsrat. Auch der Fachverband Nordmark machte ihn zu seinem Vorsitzenden und im Ziegelvertrieb Hamburg gehörte er zum Aufsichtsrat.

Leider führten Tonmangel und Überproduktion der gesamten Ziegelindustrie 1972 zur Schließung des Ziegelwerkes Trittau. Um die über 100jährige Gewerbetätigkeit dieses ältesten Gewerbegebietes Trittaus zu erhalten, wurde dieses Gebiet 1976 im Flächennutzungsplan der Gemeinde als "Gewerbegebiet Trittau-West", Großenseer Straße, ausgewiesen.

Erst 2001 wurde der von den Herren Helmut und Hermann Schifferdecker beantragte Bebauungsplan 36 genehmigt und damit die Voraussetzung geschaffen, für die Gemeinde Trittau ein innovatives Gewerbegebiet zu errichten. In den folgenden Jahren entwickelte sich dieser Technologie- und Gewerbepark Trittau/Hamburg mit einem Hightech-Center, mit Deutschlands modernster Großdiskothek zu einem der attraktivsten Wirtschaftsstandorte Schleswig-Holsteins. Außergewöhnlich für diesen Bebauungsplan 36 ist die hervorragende Einbindung der regionalen und überregionalen Rohstoff- bzw. Abfallwirtschaft mit Wertstofferfassungsstation, Deponie, Recyclingplatz und Kompostwerk. Ein großer Teil der hier angelieferten Stoffe wird als Wertstoff in den Rohstoffkreislauf zurückgegeben.

Bereits heute betätigen sich im Technologiepark über 50 angesiedelte Firmen (Old- and New-Economy) in den Bereichen Umweltschutz, Hightech und Freizeit bzw. Biotechnologie, Energietechnologie, Umweltschutztechnologie und Kommunikationstechnologie, aber auch Kunst/Kultur, Entertainment, Medizin, Investment usw. Das entscheidende Kriterium und Programm dieses Technologieparks, betrieben durch die Natur & Technik Gruppe mit dem heutigen Geschäftsführer Frank Schifferdecker in der 4. Generation, ist die Multifunktionalität von Räumen und Flächen.

Die Vision und Philosophie für Gesellschaft, Natur und Wirtschaft soll mit dem Logo der Baumskulptur die Aufgaben dieses Technologie- und Gewerbeparks symbolisieren, nämlich das stetige Bemühen um die Synthese aus Natur & Technik. Die Natur - dargestellt durch einen runden grünen Baum - schließt die Technik - dargestellt durch eine eckige rote Arbeitsfläche - in sich ein, wie das Leben die Arbeit.

So ist das Hauptziel der Natur & Technik Gruppe, den kleinen und mittelständischen Firmen eine optimale Arbeits- und Lebensumgebung an exzellenten Standorten in der Nähe der Städte in Norddeutschland und Nordeuropa bereitzustellen, d. h. die Verbindung von den Vorteilen der Stadt (Handel und Zugriff auf Märkte) mit den Vorteilen der ländlichen Räume (Lebensqualität und Lebensfreude).

Doch nun zurück zum Straßennamen. Warum sollte die Straße durch den Technologiepark überhaupt einen eigenen Namen bekommen? Die Bebauung auf dem Gebiet hatte sich im Laufe der Jahre immer mehr erweitert, es gab aber nur eine Hausnummer, nämlich "Großenseer Straße 15", für das ganze Areal. Um im Notfall auf dem großen Gebiet "Großenseer Straße 15" sofort alle Firmen in den bestehenden und noch zu errichtenden Gebäuden erreichen zu können, wurde auf Drängen der Betreiberfirma Natur & Technik Gruppe und unterstützt vom Rettungsdienst und der Freiwilligen Feuerwehr Trittau der Antrag gestellt, die bereits bestehende aber noch unbenannte Straße nunmehr zu benennen.

Die Gemeindevertretung hat daraufhin folgerichtig und zukunftsweisend 2001 beschlossen, der Straße in ihrem Technologie- und Gewerbepark Trittau mit Wirkung vom 01.01.2002 den Namen

Technologiepark

zu geben.

Autor:
Hermann Schifferdecker